Keywordrecherche – Vom Beginner zum Gewinner

Veröffentlicht: Mai 29, 2014 in Hintergrund, SEA, SEO
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Keywordrecherche

© Thorben Wengert / PIXELIO

Eine der wichtigsten Grundlagen von strategischem SEO und SEA ist eine umfassende und tiefgreifende Keywordrecherche. Wer hier gute Arbeit leistet, stellt seine SEO- und SEA-Bemühungen auf solide Beine und umgeht das Problem, zu einem späteren Zeitpunkt festzustellen, auf die falschen Keywords gesetzt zu haben. Doch was beinhaltet eine gute Keywordanalyse? Welches sind gute Tools, die einem helfen? Diese und mehr Fragen, möchte ich in meinem folgenden Artikel klären.Wichtig zu wissen ist, dass die Keywordrecherche zwar zu Beginn eines SEO-Projektes stehen sollte, jedoch nicht als abgeschlossener Prozess angesehen werden darf, wenn man mit der Umsetzung seiner SEO-Maßnahmen beginnt. Vielmehr sollte der Prozess der Keywordanalyse in regelmäßigen Abständen immer mal wiederholt werden, um Veränderungen beim Mitbewerb und dem Markt, auf dem man sich bewegt, in seine SEO-Bemühungen zeitnah einfließen lassen zu können und somit immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Oftmals muss man nicht alle Schritte durchlaufen, die man bei der Grundlagen-Recherche zu Beginn eines Projektes durchführt, dazu aber später mehr.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, bei seinem Projektplan genug Zeit für die grundlegende Keywordrecherche einzuplanen. Hier sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um die Keywords tiefgreifend analysieren und bewerten zu können.
Wie sieht eine gute Keywordrecherche nun im Kern aus? Ich stelle Euch im folgenden die Schritte vor, die in meinen Augen aufeinander aufbauend eine gute Basis für eine Keywordrechere darstellen. Ziel ist es, aus einer möglichst großen Menge an relevanten Keywords eine Priorisierung für die Umsetzung von SEO-Optimierung anhand des Protenzials der einzelnen Keywords zu ermitteln.

1.) Grundlegendes Brainstorming

© Rainer Sturm / PIXELIO

© Rainer Sturm / PIXELIO

Zu Beginn einer jeden Keywordrecherche sollte ein Brainstorming stehen. In diesem Brainstorming werden Begriffe zusammengetragen, von denen man glaubt, dass Sie von potenziellen Interessenten genutzt werden, um nach den Produkten oder der Dienstleistung, die man anbietet, zu suchen. Hier sollte man erstmal nicht bewerten und hinterfragen, ob diese Begriffe nun wirklich gesucht werden oder nicht, sondern total unvoreingenommen, alles zusammentragen, was passen könnte, auch wenn es im ersten Schritt noch so abwegig erscheint.

2.) Zusammentragen eigener Datenbestände
In einem zweiten Schritt sollte man schauen, ob man eigene Datenbestände hat, aus denen man die Keywords, die man über das Brainstorming ermittelt hat, erweitern kann. Einerseits bieten sich hier Keywordlisten an, die man früher bereits erstellt hat. Zudem ist das eigene Web-Analyse-Tool eine wichtige Datenquelle für potenzielle Keywords, diese weisen die Keywords aus, über die Besucher auf die eigene Website gekommen sind. In Zeiten, in denen von Google jedoch immer weniger Keyworddaten (Stichwort: Not Provided) bei Suchanfragen übermittelt werden, ist hier das Datenmaterial mittlerweile lange nicht mehr so gut wie früher. Jedoch, so finde ich, erhält man hier, immer noch ein gutes erstes Gefühl für Keywords, die aktuell viel Traffic auf die eigene Website bringen und andererseits für Keywords, die wenig Traffic auf die eigene Seiten bringen, aber vielleicht ein hohes Besucher-Potenzial haben, würde man sie optimieren. Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, dass es durchaus auch Sinn macht, im eigenen Web-Analyse-Tool auch einen Blick in die Analyse der Referrer-Sites zu werfen, die Besucher auf die eigene Seite bringen. Wenn man sich die Unterseiten anschaut, über die User auf die eigene Seite kommen, können auch hier durchaus interessante Rückschlüsse auf potenzielle Keywords geführt werden, da die Seiten, die Besucher auf die eigene Seite lotsen, natürlich oftmals und in sinnvoller Weise im eigenen Branchenumfeld positioniert sind.

Google Keyword Planner

Google Keyword Planner

3.) Marktrecherche
Nachdem man eher die internen Quellen und Ressourcen zur Ermittlung geeigneter Keywords angezapft hat, sollte man nun einen Blick über den eigenen Tellerrand werfen und sich in seinem Marktumfeld umschauen. Einen ersten Schritt der Annäherung kann ein Blick in das Keyword-Planner-Tool von Google bringen. Dieses Tool, eigentlich eher für SEA-Recherchen gedacht, kann natürlich auch für SEO genutzt werden. Hier kann man einerseits das Suchvolumen für spezifische Keywords anzeigen lassen, was zu einem späteren Zeitpunkt der Recherche (Potenzialbewertung) eingesetzt wird. Andererseits zeigt einem das Tool aber auch weitere Keywords an, die im Zusammenhang zu einem gesuchten spezifischen Keyword stehen. Hier wird entweder nach Begriffsideen oder ganzen Anzeigengruppen (SEA) unterschieden. Sinnvoll ist es nun, die bisher zusammengestellten Keywords aus Brainstorming und den eigenen Datenquellen hier einmal durchlaufen zu lassen, um weitere Vorschläge und Ideen zu generieren.

Zudem macht es Sinn, die bisher generierten Keywords in Teilen einmal über die Google-Suche einzugeben, um einerseits weitere Keyword-Ideen über die Funktionen „Autovervollständigung“ und „Searches Related to“ zu generieren, aber auch einen Blick auf Seiten zu werfen, die auf den ersten Plätzen zu diesen Suchbegriffen ranken und sich diese näher anzuschauen. Auf diesen Seiten kann man einen guten Eindruck gewinnen, wie hier optimiert wird und Keywords herausarbeiten, die in direktem Bezug zu den gesuchten stehen. Für die Autovervollständigung gibt es übigens mit übersuggest ein cooles Tool zur Auswertung genau dieser Funktion für Keywords.

Auto Suggest Google

Auto Complete Funktion von Google

Verwantd Suchanfragen

„Verwandte Suchanfragen“ auf Google SERPs


Nachtrag: Ein weiteres nettes Tool ist suggestit, bei dem man zu einem Keyword die Suggest-Funktionalität verschiedenener Websites u.a. auch Google anzeigen lassen kann. Wirklich nützlich wie ich finde.

Weitere gute Anhaltspunkte erhält man auch aus dem Einsatz von SEO-Tools wie SEOlytics, Sistrix oder Searchmetrics. Hier kann man einerseits erkennen, für welche Keywords die eigene Seite bereits bei Google relevante Rankings erzielt. Andererseits kann man aber auch je nach Tool eigenständige Keywordrecherchen durchführen oder die SERPs auf Basis einzelner Keywords analysieren, um so potenzielle Mitbewerber zu identifizieren und hier wiederum einzelne SEO-Analysen durchzuführen, um herauszuarbeiten, zu welchen Keywords diese noch ranken.

Es gibt natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Tools, die einem bei der Keywordrecherche bei der Suche nach marktrelevaten Begriffen unterstützen. Eine gute Auflistung aus dem vergangenen Jahr findet ihr auf dem Blog seo-book.de.

4.) Mitbewerberrecherche
Erste Anhaltspunkte zur Mitbewerbercherche habe ich bereits oben erläutert (Analyse über SEO-Tools). Jedoch lässt sich diese natürlich noch ergänzen bzw. ausweiten. Auch ein Blick auf SEA macht beispielsweise Sinn, also zu schauen, auf welche Keywords die Mitbewerber buchen und diese in die Betrachtung aufzunehmen. Wie oben bereits erwähnt macht auch es durchaus Sinn, sich mit den Websites der Mitbewerber, die man schon  kennt oder über SEO-Tools ermittelt hat, ausführlich auseinanderzusetzen und die Sites nach passenden relevanten Keywords zu durchforsten oder zu schauen, zu welchen Begriffen diese gut ranken, zu denen man noch nicht rankt.

5.) Potenzialbewertung
Die Potenzialbewertung ist der letzte Schritt einer ausführlichen Keywordrecherche: Man hat nun eine recht umfangreiche Liste an Keywords generiert, die es nun nach Potenzial zu priorisiern gilt. Die Priorisierung richtet sich natürlich nach der eigenen Zielstellung der SEO-Maßnahmen. Setze ich in meiner Strategie eher auf die Optimierung von einigen, wenigen Moneykeywords oder möchte ich auf eine größere Menge Longtailkeywords 0ptimieren? Wie nehme ich nun eine solche Potenzialbewertung vor?

Der erste Schritt ist die Bewertung der Keywords nach Suchvolumen und Wettbewerb zusätzlich auch nach CPC. Hier liefern sowohl die gängigen SEO-Tools als auch der Google Keywordplanner die entsprechenden Daten. Somit sollten für sämtliche Keywords die genannten Zahlen zusammengetragen werden.
Zusätzlich liefert das Tool Google Trends Daten zur zurückliegenden und prognostizierten zukünftigen

Google Trends

Google Trends

Entwicklung der Suchvolumina von Keywords. Diese Betrachtung sollte ebenfalls in die Bewertung einfließen. Darüber hinaus bieten einige SEO-Tools (z.B. SEOlytics) eigenständige Potenzialanalysen, die unter Anbindung des eigenen Web-Analyse-Tools ermitteln, wie sich der Traffic entwickeln würde, wenn man mit spezifischen Keywords auf vordere Plätze (3,2,1) bei Google kommen würde. Auch diese Informationen kann man in seine Bewertung einfließen lassen.

Am Ende steht somit eine Matrix aus Keywords, die um Werte für Suchvolumina, Wettbewerb, CPC, Traffic-Entwicklung ergänzt sind. Diese Matrix kann nun nach den einzelnen Werten gefiltert und sortiert werden, so dass eine Priorisierung vorgenommen werden kann und man aus dieser Liste sein Vorgehen bei der Optimierung ableiten kann.

Ich hoffe, Euch hiermit ein bisschen mehr über die Bedeutung und Wichtigkeit von Keywordrecherche vermittelt zu haben und vor allem ein paar Ideen für Eure nächste Recherche geliefert zu haben.
Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicherlich kann man noch vieles mehr im Rahmen einer Keywordrecherche machen und noch mehr und andere Tools nutzen. Wenn Ihr Lust habt, hier Euer Wissen zu teilen, noch Fragen habt oder Euch einfach zum Thema Keywordrecherche austauschen wollt, freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Gruß, binstins

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Kommentare
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