Negative SEO – Eine nähere Betrachtung

Veröffentlicht: Januar 28, 2013 in Hintergrund, News, SEO, Wissenswertes
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© Gerd Altmann/ PIXELIO

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In den vergangenen Wochen ist das Thema Negative SEO sehr ausführlich in der SEO-Szene diskutiert worden. Auslöser der Diskussion war ein Blogbeitrag, der auf noblego.de erschienen ist und in dem der Zigarren-Online-Shop vermeintliche Negative SEO-Angriffe in der jüngsten Vergangenheit offenlegte, um auf dieses Thema und vor allem auf die Konsequenzen, die daraus für dieses Unternehmen resultieren, aufmerksam zu machen. Gestern ist auf dem Portal iBusiness ein zusammenfassender Artikel erschienen, in dem auch ich mit einem kurzen Statement zum Thema Negative SEO zu Wort komme. An dieser Stelle möchte ich das Thema nochmal aufgreifen und mit diesem Blogbeitrag die Hintergründe etwas näher beleuchten.

Was ist eigentlich Negative SEO?
Negative SEO ist kein neues Phänomen, sondern wird in der SEO-Szene bereits seit langem diskutiert. Im Kern geht es darum,

© Olga Meier-Sander/ PIXELIO

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unterschiedliche Aspekte einer klassischen SEO-Strategie nicht dazu einzusetzen, um die eigene Domain besser ranken zu lassen, sondern um ganz bewusst einer fremden Domain zu schaden. Dazu können verschiedene Vorgehensweisen genutzt werden, auf die ich im weiteren Verlauf dieses Artikels noch eingehen werde. Was man sicherlich attestieren muss, ist, dass bisher eher vereinzelt Fälle von Negative SEO öffentlich geworden sind, was zu einem Großteil daran liegen dürfte, dass man einen Negative SEO-Angriff oftmals sehr schwer erkennen, geschweige denn nachweisen kann, da auch viele andere Gründe für einen starken Rankingverlust oder eine Google Abstrafung vorliegen können.

Wie realistisch ist ein Negative SEO-Angriff auf die eigene Domain?
Wenn man Negative SEO als reines Beschießen einer Domain mit Spamlinks versteht, dann ist das Vorgehen nicht wirklich aufwändig

© Stefan Bayer/ PIXELIO

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und verursacht auch keine großen Kosten. Ein solcher Angriff würde sich im Rahmen von einigen hundert Euro bewegen, da Spam-Links nicht teuer und in großer Masse einfach verfügbar sind. Jedoch kann man bei einer gewachsenen und langjährig existierenden Domain davon ausgehen, dass die Links einer solchen Attacke eher entwertet würden, als dass sie einen effektiv schwerwiegenden Schaden anrichten würden – vor allem vor dem Hintergrund, dass solche Domains in den meisten Fällen über Jahre hinweg Trust-Signale aufgebaut haben, denen solche Angriffe wenig anhaben können. Bei frisch projektierten Domains oder Domains mit Nischenprojekten ist die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs jedoch durchaus gegeben. Ein weitere Form von Negative SEO wäre das illegale Hacking einer Domain und die Manipulation der robots.txt, um die Anzahl der indexierten Seiten zu beeinflussen. Dieses Vorgehen wiederum ist wenig kostenintensiv, erfordert jedoch ein hohes technisches Geschick und damit verbundenen Aufwand.

Wer könnte Negative SEO anwenden?
Da, wie in der vorausgegangenen Antwort bereits erwähnt, kein hoher Kostenfaktor für eine Spam-Link-Attacke entsteht und hierfür auch keine eigenen Linkfarmen erforderlich sind, kann eine Negative SEO-Strategie eigentlich von jedem, der das technische Verständnis dafür hat, gefahren werden und nicht ausschließlich von großen Unternehmen. Im Gegenteil: Bei großen Unternehmen würde ich ein solches Vorgehen beinahe ausschließen, da das Risiko eines unkalkulierbaren Imageschadens bei Bekanntwerden einer solchen Strategie viel zu hoch wäre.

Lohnt sich Negative SEO?
Wenn wir bei der Beantwortung dieser Frage die moralische Verwerflichkeit dieser Strategie einmal außen vorlassen, dann würden hier der geringe Aufwand und der geringe Kosteneinsatz nicht unbedingt gegen ein solches Vorgehen sprechen. Jedoch wollen wir ja hier nicht nur die Kosten/ Aufwendungen beachten, sondern auch den Nutzen. Und da wir einen echten Nutzen aus diesem Vorgehen eher in Nischenbereichen und frischen Projekten als realistisch ansehen können, würde sich für den Großteil der SEO-Strategien vor dem Gesichtspunkt der Kosten-Nutzen-Kalkulation eine Negative SEO-Berücksichtigung eher nicht anbieten. Also ist hier meine Empfehlung, das Budget und den Gehirnschmalz eher in die erfolgreiche Umsetzung der eigenen SEO-Arbeit zu investieren.

Was tun bei Negative SEO?
Da es durchaus recht verschiedene Formen und Ausprägungen von Negative SEO gibt, gibt es kein Patentrezept, an das man sich halten

© Alfred Heller/ PIXELIO

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kann, um sich davor zu schützen, auch gibt es keinen Maßnahmenplan, wie man reagieren sollte, wenn man glaubt, von einer Attacke betroffen zu sein. Jedoch kann man einige, vor allem strategische, Regeln beachten, die die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Negative SEO-Angriffs reduzieren.
Einerseits ist dies die goldene Regel der SEO: Nämlich uniquen und qualitativ hochwertigen Content zu erstellen, der dafür sorgt, dass, auch wenn es zu einem Angriff kommen sollte, für Google ersichtlich wird, dass die eigene Domain mehrwertigen und relevanten Content anbietet. Zudem sollte die OnPage-Struktur der eigenen Seite möglichst fehlerfrei sein, um potenziellen Angriffen keinen Nährboden zu liefern. Auf der anderen Seite sollte man natürlich seinen Linkaufbau langfristig frei von Nicht-google-konformen Methoden aufbauen, damit sich der krasse Widerspruch von Spam-Links bei einer Attacke auch im Linkprofil der Domain widerspiegelt.

Im Falle eines Angriffs kann man darüberhinaus überlegen, die gesetzten Links über das neue “disavow Tool“ innerhalb der Google Webmaster-Tools zur Entwertung zu melden. Doch hier kann der Aufwand, die Gesamtheit der Links an Google zu melden, schnell ausufern, da bei einem Angriff meist mehrere tausend bis hin zu zehntausenden Links auf die eigene Domain verlinkt werden.

Das Fazit ist also: Wer seine Domain im On- und Off-Page-Bereich sauber aufstellt, senkt langfristig die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Negative SEO-Attacke auf seine Domain. Das ist ja auch recht praktisch, da dies automatisch die Grundlage der eigenen SEO-Strategie sein sollte.

Gruß, binstins

Weitere gute Artikel zum Thema Negative SEO sind auch hier zu finden:

Negative SEO – Was tun bei einem Angriff? – seounited.de
Negative SEO- die Dunkle Seite – seo-trainee.de
Negatives SEO – Kann man mit Spamlinks die Konkurrenz abschießen? – seokai.com
Negative SEO Attacke auf Noblego? seo-woman.de

Björn Instinsky

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